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Risiko & Anlegerschutz

Negative Marktphasen meistern

Was tust du, wenn es in deinem Depot plötzlich überall rot leuchtet? Irgendwann erwischt es jeden: Als Trader oder Anleger wirst du früher oder später schlechte Trades erleben, manchmal sogar ein ganzes Depot voller schwächelnder Positionen. Genau in diesem Moment geraten viele Daytrader und Langfristanleger ins Schwitzen.

Eine negative Marktphase ist zunächst nichts anderes als ein Zeitraum, in dem die Kurse breit fallen oder einzelne Positionen deutlich an Wert verlieren. Das Problem ist selten die Phase selbst, sondern die Reaktion darauf: Viele Anleger handeln instinktiv, werfen ihre Verlustbringer panisch auf den Markt und realisieren Verluste, nur um nicht noch mehr zu verlieren. Wenn du dich in fallenden Märkten nicht orientierungslos fühlen willst, helfen dir die folgenden drei Strategien.

Warum solltest du erst innehalten und beobachten?

Wenn die Kurse im Depot abstürzen, tun viele Trader alles Mögliche, nur nicht das Naheliegendste: innehalten und den aktuellen Trend nüchtern analysieren. Dabei verschafft dir genau das einen echten Vorteil.

Immer wieder verkaufen Anleger in Panik, sobald eine Aktie zu fallen beginnt, nur um zuzusehen, wie sich der Kurs ein, zwei Tage später wieder erholt. Viele vergessen, dass die Börse großen wirtschaftlichen Kräften ausgesetzt ist, allen voran dem Zyklus aus Boom und Abschwung. Wenn es abwärts geht, bedeutet das oft, dass sich eine Aktie irgendwann wieder erholt, es sei denn, das Unternehmen steuert tatsächlich auf die Pleite zu. Genau diese Unterscheidung musst du treffen, bevor du handelst: Ist der Kursrückgang eine Marktschwankung oder ein fundamentales Problem des Unternehmens?

Wer den tatsächlichen Trend nicht prüft, bevor er alles verkauft, ärgert sich häufig, wenn die Aktie kurz darauf zurückkommt. Microcap-Trader sind für diese Kurzschlussreaktionen besonders anfällig, weil sie auf schnelles Wachstum aus sind und jede Schwäche sofort als Gefahr deuten.

Wann ist ein Wechsel in andere Anlageformen sinnvoll?

Hältst du Aktien eines wirklich robusten Unternehmens, kannst du dich glücklich schätzen, zumindest für die nächsten Wochen. Ja, Wochen: An der Börse ist nichts jemals sicher, und genau deshalb solltest du alle Faktoren abwägen, bevor du eine Aktie dauerhaft im Depot behältst.

Denn ganze Branchen können gleichzeitig unter wirtschaftlichem oder politischem Druck geraten. Ein historisches Beispiel: Auf dem Höhepunkt der Anti-Tabak-Kampagnen in den USA der Siebziger- und Achtzigerjahre wurden Anleger mit Tabakaktien zunehmend nervös. Zeitweise brachen die Kurse von Konzernen wie Philip Morris ein, weil die Branche massiv in der Kritik stand. Anleger fürchteten, ihr Geld durch die landesweite Lobbyarbeit gegen Zigaretten und andere Tabakprodukte zu verlieren.

Der Wechsel in andere Wertpapierformen kann in unsicheren Marktphasen eine Antwort sein. Wenn dein ursprünglicher Plan war, mit schnellem Aktienhandel kurzfristige Gewinne zu erzielen, ist die defensivere Alternative, auf Erträge aus Dividenden zu setzen. Die Ausschüttungen sind planbarer, dafür denkst du in langen Zeiträumen. Ändern sich die Zinsen oder braut sich in der Branche etwas zusammen, kannst du deine Positionierung anpassen. Auch hier gilt: Dividenden sind keine Garantie, aber sie glätten die Erträge und nehmen Druck aus deinem Depot.

Ist Nachkaufen in der Krise wirklich eine gute Idee?

Du hast richtig gelesen: Eine der ältesten und zugleich am schwersten zu befolgenden Börsenregeln besagt, dass man dann zukaufen sollte, wenn alle anderen fliehen. Das klingt zunächst verrückt, und vermutlich rechnest du im Kopf schon Verlustszenarien durch.

Tatsächlich gibt es aber viele Situationen, in denen der Kursrücksetzer einer wirklich guten Aktie eine Gelegenheit ist, weitere Anteile eines profitablen und stabilen Unternehmens einzusammeln. Im heutigen, extrem volatilen Umfeld ist Stabilität ein Luxus, und eine überwiegend stabile Aktie ist es wert, gehalten zu werden.

Sieh es so: Wenn deine ausgewählten Unternehmen ordentliche Gewinne erwirtschaften und ihre Produkte und Dienstleistungen kontinuierlich weiterentwickeln, bedeutet ein kleiner Kursrücksetzer langfristig wenig. Es ist wie mit deinem Lieblingsessen: Kostete es letzte Woche 12 Dollar und jetzt nur noch 10, ist es deswegen nicht schlechter geworden.

Niedrigere Kurse können also eine Chance sein, deine Anteile an wirklich guten Unternehmen aufzustocken. Aber, und dieses Aber ist wichtig: Diese Regel funktioniert nur bei fundamental gesunden Unternehmen. Wer in eine fallende Aktie nachkauft, deren Geschäftsmodell bröckelt, fängt das sprichwörtliche fallende Messer. Kaufe nie nach, nur weil etwas billiger geworden ist, sondern nur, wenn deine Analyse zeigt, dass der Wert des Unternehmens intakt ist. Und rechne damit, dass du zwischenzeitlich weitere Buchverluste aushalten musst.

Die wichtigste Frage in jeder Abwärtsphase

Wenn der Kurs deiner stabilen Lieblingsaktie das nächste Mal ein paar Punkte nachgibt, stelle dir eine einzige Frage: Was ist diese Aktie wirklich wert? Die Antwort entscheidet darüber, ob du verkaufst, hältst, umschichtest oder nachkaufst. Wer sie auf Basis von Fakten statt Emotionen beantwortet, übersteht negative Marktphasen deutlich gelassener, auch wenn Verluste nie ganz auszuschließen sind.

Risikohinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ist keine Anlageberatung. Penny Stocks und Microcap-Aktien sind hochspekulativ; ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich.